VdS Fachgruppe DARK SKY
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Aktuell 2017


April 2017

Lichtverschmutzungsausstellung im Moorhus, Lübbecke

Im April und Mai werden die Ausstellungen über Lichtverschmutzung von der Fachgruppe und dem NABU im NABU-Besucherzentrum Moorhus bei Lübbecke gezeigt.

 

März 2017

Erster Workshop deutscher Sternenparks in Fulda

Vertreter der ersten anerkannten Sternenparks in Deutschland trafen sich auf Einladung des Landkreis Fulda zu einem ersten Erfahrungsaustausch in Fulda. Zusätzlich nahmen Vertreter von geplanten Sternenparks und aus dem benachbarten Ausland an dem Treffen teil.

Sternenparks sind geschützte Gebiete, die meist bereits einen Schutzstatus haben und noch eine relativ dunkle Nacht mit eindrucksvollem Sternhimmel aufweisen. Vor allem aber verpflichten sich diese Gebiete, eine nachhaltige Beleuchtung einzusetzen. Das bedeutet, dass das Licht nur dorthin gesendet wird, wo es benötigt wird und nicht unsinnig an den Himmel, und dass ein verantwortungsbewusstes niedriges Beleuchtungsniveau eingesetzt wird, welches im Laufe der Nacht bedarfsorientiert reduziert wird. Zudem wird Licht eingesetzt, das möglichst geringe Blauanteile enthält, etwa durch Verwendung einer warmweißen Beleuchtung von 3000 Kelvin oder weniger. Sternenparks werden beispielsweise von der International Dark Sky Association IDA zertifiziert.

Bei der Besichtigung der Musterstraße der RhönEnergie mit voll abgeschirmten und warmweißen oder gelben LED-Leuchten in Fulda gab es intensive Fachdiskussionen
(Foto: Andreas Hänel)

Die Verantwortlichen aus den ersten deutschen Sternenparks, dem Naturpark Westhavelland, dem Nationalpark Eifel und dem Biosphärenreservat Rhön kamen erstmals zu einem Austausch zusammen, um ihre Erfahrungen und Probleme in den Schutzgebieten zu diskutieren. Zudem waren mehrere Vertreter und Experten von geplanten Sternenparks eingeladen, um sich auch über deren Anliegen auszutauschen. Und selbst aus dem benachbarten Ausland waren Experten angereist, etwa von der oberösterreichischen Umweltanwaltschaft oder ein Unternehmer, der in den Niederlanden die beiden Sternenparks Boschplaat auf der Insel Terschelling und Lauwersmeer bei der Bewerbung unterstützt hat. Zu dem Workshop eingeladen hatten Sabine Frank, die Koordinatorin des Sternenparks im Biosphärenreservat Rhön, und Dr. Andreas Hänel von der Fachgruppe Dark Sky der Vereinigung der Sternfreunde e.V. und der Kommission Lichtverschmutzung der Astronomischen Gesellschaft.

Nach einer Vorstellungsrunde der verschiedenen Sternenpark-Initiativen wurden die Herausforderungen diskutiert, die durch die verschärften Antragsbedingungen der International Dark Sky Association (IDA) entstanden sind. So werden nun zeitliche Fristen von fünf beziehungsweise zehn Jahren für die vollständige Umrüstung auf konforme voll abgeschirmte und warmweiße Beleuchtung gefordert, was wegen der hohen Kosten für viele Gemeinden nicht realisierbar ist, besonders wenn die Leuchten erst vor kurzer Zeit installiert wurden. Daher formulierten viele Teilnehmer den Wunsch nach einer vorläufigen Anerkennung mit längeren Zeiträumen von etwa 20 Jahren, was der typischen Lebensdauer einer Leuchte entspricht.

Auf großes Interesse stieß der Beitrag der Österreicher Umweltanwaltschaft, wonach dort Lichtmessstationen in das bereits bestehende Umweltmessnetz integriert sind. Dies wäre auch in den deutschen Bundesländern wünschenswert und sicher leicht umzusetzen, um ein flächendeckendes Monitoring über die Himmelsqualität zu erhalten.

Ein weiterer Diskussionspunkt waren mögliche Konflikte mit dem Naturschutz in den Sternenparkgebieten. In allen Gebieten wird versucht, durch entsprechende Lenkung mit ausgewiesenen Beobachtungsplätzen Störungen in den geschützten Gebieten zu vermeiden. Andererseits kann der Schutz der Nacht auch zu erweiterten Schutzbemühungen beispielsweise für nachtaktive Tiere führen. Alle Teilnehmer sind sich einig, dass die Nacht als schützenswerter Lebensraum sowohl vom Naturschutz als auch vom Gesetzgeber bisher vernachlässigt wurde.

Die Teilnehmer äußerten sich sehr positiv über den Verlauf und die Ergebnisse des Workshops und wünschten weitere regelmäßige Treffen. So soll der nächste Workshop in einem Jahr in der Pfalz stattfinden.

Im Rahmenprogramm wurden im Sternenpark Rhön die Installation einer besonders umweltfreundlichen Beleuchtung mit gelben LED auf der Wasserkuppe und die astronomischen Beobachtungsplattformen auf der Hohen Geba besucht, wobei das schlechte Wetter leider keine Blicke auf den Sternhimmel ermöglichte. Am zweiten Abend wurde die Leuchten-Musterstraße des Energieversorgers RhönEnergie in Fulda besichtigt, in der nur sternenparkkonforme LED-Leuchten mit warmweißen und gelben Lichtfarben installiert sind. Zuvor wurde in Fulda noch die mustergültige Umrüstung der Altstadtleuchten auf voll abgeschirmtes LED-Licht begutachtet.


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